Das Evangelium in Geschichten

18.09.2019
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In vielen Ländern werden Inhalte mit Geschichten vermittelt. Auch bei Jesus sehen wir das. Er lebte im Nahen Osten in einer Kultur, die der vieler Migranten in unserem Land  sehr ähnlich ist. Sie wachsen in einer Erzählkultur auf, in der Sachverhalte eher bildlich weiter gegeben werden.

Jesus veranschaulichte das Evangelium in Gleichnissen, mit Alltagsthemen und kulturellen Gepflogenheiten. Das hatte Vorteile: Durch die bildhafte Rede wahrte er ihre Ehre. Das ist ein wertvoller Ansatz in einer Schamkultur. Die Zuhörer werden durch die Erzählung nicht vor den Kopf gestoßen, sie können sich aber selbst in der Geschichte wiederfinden. Es ist ihnen überlassen, ob sie sich angesprochen fühlen wollen. Die Kunst des Erzählens dabei ist, persönlich zu werden ohne zu moralisieren.

Geschichten schaffen einen Zugang zur Theorie und in unserem Fall zur Theologie – zu der Geschichte Gottes mit uns Menschen. Gott selbst offenbart sich in der Geschichte, nie abstrakt! Das sehen wir an der Geschichte Israels im Alten Testament. Wir werden erfahren, dass wir mit diesem Ansatz viel häufiger die Möglichkeit haben werden, unseren Glauben in Worte zu fassen.

Es gibt auch keine Altersbegrenzung, ganze Familien können so erreicht werden. Außerdem macht Geschichtenerzählen Spaß! Und wir behalten sie um ein Vielfaches besser in Erinnerung, wenn wir uns darin wiederfinden und von ihr berührt werden.

 

 Geschichten bauen Vorbehalte ab

Fred* liebt es, das Evangelium in Geschichten weiter zu geben. Viele Jahre lebte er in einem asiatischen Land. Gerne gibt er uns von seinen Erfahrungen hier und in Asien weiter:

Basar

Geschichten habe ich immer dabei

Geschichten multiplizieren sich

Biblische Ereignisse veranschaulichen Glaubensinhalte

Geschichten haben viele Vorteile

Ja, die Vorteile sind tatsächlich groß. Mich begeistern sie wie Fred. Jeder hört gern Geschichten und zieht sie abstrakten Konzepten vor. Die westeuropäische Kultur denkt in Daten und Fakten. Oft fällt uns schwer, nur mit Geschichten zu arbeiten und dabei ohne Argumente auszukommen. Aber auch bei uns werden Geschichten zunehmend verwandt, z.B. das sogenannte „Storytelling“ in der Werbung, um das Interesse von Kunden zu gewinnen.

Mit Storytelling kann ich Werte und Wissen vermitteln. Weil ich Erfahrungen und Empfindungen mit einfließen lasse, erreiche einen anderen Zugang zu den Zuhörern. In einer Geschichte kann ich einen neuen Standpunkt einnehmen. Sie hilft mir, mich auf verschiedene Sichtweisen einzulassen und diese zu verstehen. Außerdem bin ich für „verpackte“ Wahrheiten offener, da ich nicht in die Defensive getrieben werde.

Auch komplexe Informationen können so vereinfacht und mit Beispielen veranschaulicht werden. Wichtige Aussagen bleiben besser in Erinnerung, weil eine Geschichte sich besser einprägt. Sie kann unsere Wahrnehmung formen. In Bezug auf das Evangelium wünschen wir uns, dass die Beteiligten zur Umsetzung motiviert werden.

Wenn wir Migranten, die aus einer Erzählkultur stammen, auf diese Weise das Evangelium bringen, haben sie es wahrscheinlich leichter, biblische Wahrheiten zu verstehen und anzunehmen. Für uns selbst wird es eine Bereicherung sein, wenn wir uns bekannte Theologie in Geschichten formulieren.

Das Thema „Das Evangelium in Geschichten vermitteln“ ist Fred ein Herzensanliegen. Weitere Anregungen finden Sie auf der Homepage fivefingerfood.org. Auf Anfrage kommt er gern für ein Seminar in Ihre Gemeinde. Bitte wenden Sie sich an uns oder per Mail an: fivefingerfood@gmail.com

*Name geändert

Dieser Artikel erschien in Orientierung: M #magazin, Ausgabe 3/2019 und darf unter Angabe der Quelle kopiert werden.