Wie organisiere ich ein Fußballspiel?

15.06.2026
Wie organisiere ich ein Fußballspiel

Wie organisiere ich so ein Fußballspiel mit Migranten? Was ist mir wichtig, worauf es kommt es an? Was wünsche ich mir für die Teilnehmer?

Missionsfreunde haben uns von ihren Erfahrungen berichtet:

Der Schiedsrichter sollte einige Anforderungen erfüllen: Er setzt sich für eine gute Sache ein, kennt die Regeln und strahlt eine gewisse Autorität aus.

Wir stärkten ihn: er wird nicht hinterfragt, wir akzeptieren seine Entscheidungen und fallen ihm nicht in den Rücken. Nur bei schwerwiegenderen Fehlern greifen wir ein und lösen das Problem, transparent und ohne ihn zu beschämen.

Teambuilder: Wir brauchten einen, der das Team bilden kann. Es ist gut, wenn man eine Beziehung zu einem Migranten hat, der das gern übernimmt. Wir hatten das Glück, dass wir Ali kannten, er hatte die Beziehungen zu anderen Migranten. Und er hatte die Gabe, zu organisieren. Sein Ziel war: Er wollte Spaß am Spiel haben, und er wollte nicht nur gewinnen. Das war uns wichtig, denn es ging uns darum, dass alle Freude dabei haben.

Dann brauchten wir jemand, der dem Ganzen einen Rahmen gibt. Das sollte ein Nachfolger Jesu sein, denn wir wünschen uns, dass die Spieler erfahren, dass wir mit Jesus leben.

Wir bereiteten uns als Team im Gebet vor. Es ist uns wichtig, dass wir unser Möglichstes tun, dass kein Streit entsteht, kein Wetteifern haben in dem Sinn, dass man unbedingt gewinnen will.

Wie sieht so ein Rahmen aus?

Zu Beginn heißt man alle willkommen und nennt die Regeln, die vorher im Team festgelegt wurden. 
In einem kurzen Impuls sprachen wir über Dinge, die uns wichtig sind, auf die wir achten. Das können einfache Dinge sein, die aber bedeutsam sind. Es ist wichtig, dass die Botschaft kurz und prägnant ist, etwas, das alle verbindet und mit ihrem Leben und mit Sport zu tun hat.

Manchmal haben wir ein Bibelwort zitiert und je nach Gruppe erwähnt, dass es aus der Bibel stammt, aber das muss nicht zwingend sein.

Klare Regeln unterstützen einen guten Ablauf des Spiels. Auch die geplante Spieldauer sollte kommuniziert werden.

Am Ende der Einführung kann man kurz beten und alles unter Gottes Schutz stellen.  Wir sind positiv, denn wir haben eine gute, frohmachende Botschaft!

Nach einem Turnier oder einem einmaligen Spiel ist ein Abschluss, wenn er möglich ist, schön. Das kann eine Siegerehrung sein, eine kleine Anerkennung für jeden Spieler, z.B. ein Fan- oder Sportartikel oder eine kleine Medaille zur Erinnerung. Irgendetwas, das finanzierbar ist. Ali sagte, dass es das erste Geschenk war, was sie in ihrem Leben bekommen haben. So bedeutsam war es für sie.

Gab es Schwierigkeiten – und wie habt ihr sie gelöst?  

Einmal haben zwei Frauenteams so hart gegeneinander gekämpft, das große Verletzungsgefahr bestand. Als wir das sahen, haben wir eine kurze Pause eingelegt und sie respektvoll darauf hingewiesen, dass es schade und tragisch wäre, wenn jemand jetzt schwer verletzt würde. Ihr Einsatz war großartig, aber wenn ein Spiel zu eskalieren droht, muss man eingreifen.

Was hat besonders gut funktioniert?  

Die Kommunikation mit den Geflüchteten. Es war einer von ihnen, der die Idee mit angestoßen und das Turnier organisiert hat. Das war sehr hilfreich.

Es war ein sehr multinationales Fußballteam, aber wir erlebten großes Wohlwollen und viel Respekt im Umgang miteinander. Wir spürten, dass es etwas Übernatürliches stattfindet - Gott hat viel Gnade, Gelingen und Bewahrung geschenkt

Noch einige Hinweise

Wir sollten uns so einfach wie möglich ausdrücken. Können die meisten besser Englisch als Deutsch, ist es gut, für das Spiel in Englisch zu kommunizieren, auch wenn wir in Deutschland sind.

Es ist wichtig, dass einer vom Team den Blick aufs Ganze behält. Spielen alle vom Vorbereitungsteam mit, tauchen sie so sehr ins Spiel ein, dass das nur noch schwer möglich ist.

Bei Turnieren ist es besser, sie Spiele zeitlich etwas kürzer anzusetzen, damit jedes Team seine volle Spielzeit bekommt. Sonst gibt es schnell Stress und Ungerechtigkeitsempfinden.

Als Getränk stellen wir Wasser zur Verfügung. Ob Essen angeboten werden kann, hängt von dem Platz ab. Denn es ist wichtig, dass wir ihn sauber und ordentlich hinterlassen.

Uns war sehr bewusst, dass wir für einen gelingenden Ablauf Gottes Gunst und Freundlichkeit brauchen. Wir kennen die Vorgeschichte der einzelnen Spieler nicht und wer gegen wen im Spiel aufeinandertrifft. Gerade bei multinationalen Teams kann die Stimmung schnell kippen.

Wir wünschen uns, dass alle eine positive Gemeinschaft erleben. Menschen sehnen sich so sehr nach Frieden, nach Geborgenheit und Sicherheit. Das können wir auch im Sport verwirklichen. Wir wollen, dass sie Spaß haben, aber wir wünschen ihnen mehr.

Eine übersichtliche Anleitung, wie wir vorgegangen sind, finden Sie hier.